Herstellung des Bombay Sapphire East Gin:
Der Bombay Sapphire East Gin entstand im September 2011 als erste offizielle Markenerweiterung von Bombay Sapphire überhaupt, rund 25 Jahre nach dem Debüt des Original-Sapphire von 1986/87. Verantwortlich für die Rezeptur zeichnet erneut Ivano Tonutti, der langjährige "Master of Botanicals" der Marke, der die Idee zum East als persönliche Hommage an seine Reisen durch Fernost entwickelte, auf denen er gezielt nach exotischen Botanicals suchte. Statt die Zehn-Botanicals-Formel des klassischen Bombay Sapphire komplett zu verändern, ergänzte Tonutti sie um zwei zusätzliche Zutaten aus Asien: thailändisches Zitronengras und vietnamesischen schwarzen Pfeffer. Damit wächst der Warenkorb auf zwölf Botanicals, die gemeinsam im charakteristischen Vapour-Infusion-Verfahren verarbeitet werden, das auch den Original-Sapphire prägt – die Botanicals liegen dabei nicht im Alkohol, sondern in Kupferkörben oberhalb des Brennkessels, durch die nur der aufsteigende Alkoholdampf strömt und so ein besonders sanftes, klares Destillat erzeugt.
Hergestellt wird der Bombay Sapphire East wie sein Schwesterprodukt in der Bombay Sapphire Distillery im Laverstoke Mill in Hampshire, der ehemaligen Papiermühle, die seit 2014 als moderne, vom Architekten Thomas Heatherwick gestaltete Destillerie mit angeschlossenen Gewächshäusern dient. Mit 42 % Vol. liegt der East spürbar über den 40 % Vol. des Original-Sapphire, was dem intensiveren, würzigeren Charakter zusätzlichen Nachdruck verleiht. Die höhere Trinkstärke ist dabei kein Zufall, sondern folgt der Logik, dass die zusätzliche Würze aus schwarzem Pfeffer und die intensiven Zitrusöle des Zitronengrases mehr alkoholisches Rückgrat brauchen, um nicht zu verwaschen zu wirken.
Verkostung des Bombay Sapphire East Gin:
In der Nase präsentiert sich der Bombay Sapphire East ausgesprochen aromatisch und würzig, mit knackigem, geradezu prickelndem schwarzen Pfeffer, der von floralen Noten wie Veilchen und Lavendel sowie einer harzig-frischen Kampfer-Nuance der Orriswurzel begleitet wird. Am Gaumen zeigt sich der Gin knackig-zitrisch, getragen von deutlichem Zitronengras, während der schwarze Pfeffer erneut in den Vordergrund tritt und dem East eine zingende, fast prickelnde Schärfe verleiht; Wacholder ist präsent, tritt aber – anders als bei klassischen London-Dry-Gins – bewusst in eine unterstützende Rolle zurück. Die seidige, ölige Textur, die dem Vapour-Infusion-Verfahren zu verdanken ist, hält die intensive Würze angenehm ausbalanciert, bevor ein langer, trockener Abgang aus Zitronengras, schwarzem Pfeffer, Lavendel und einem leisen Wacholder-Echo folgt. Wer den milderen, floral-zurückhaltenden Original-Sapphire kennt, wird den East deutlich kräftiger, würziger und exotischer erleben.
Steckbrief Bombay Sapphire East Gin:
Alkoholgehalt: 42 % vol.
Verwendete Botanicals: Wacholder, Koriander, Zitronenschale, Angelikawurzel, Cassia-Rinde, Orris Wurzel, Süßholz, Bitter-Mandel, Paradieskörner, Kubebenpfeffer, thailändisches Zitronengras, vietnamesischer schwarzer Pfeffer
Hersteller: Bombay Sapphire Distillery (Bacardi Limited), Laverstoke Mill, Hampshire, England
Was den East vom Original unterscheidet
Der entscheidende Unterschied zum klassischen Bombay Sapphire London Dry Gin liegt nicht im Herstellungsverfahren – beide durchlaufen dieselbe schonende Dampfinfusion in denselben historischen Carter-Head-Brennblasen –, sondern im erweiterten Botanicals-Korb. Während der Original-Sapphire mit zehn Zutaten auf ein mildes, ausgewogenes Profil zielt, in dem sich kein Aroma besonders hervorhebt, verschiebt der East mit Zitronengras und schwarzem Pfeffer das Gleichgewicht bewusst in Richtung einer würzigeren, zitrischeren und insgesamt intensiveren Spirituose. Rezensenten wie das Fachportal Spirits Review beschreiben den East treffend als einen Gin, der "eher pfeffer- als wacholderbetont" ist und sich damit weiter von einem klassischen London Dry entfernt, ohne dabei so experimentell zu wirken wie viele moderne New-Western-Style-Gins. Diese Einordnung als zugänglicher Mittelweg zwischen Tradition und Innovation dürfte mit ein Grund sein, warum der East über ein Jahrzehnt nach seinem Launch weiterhin im internationalen Sortiment von Bombay Sapphire geführt wird, während andere Sondereditionen der Marke längst wieder verschwunden sind.
Verwendung des Bombay Sapphire East Gin
- Gin & Tonic: Ein klassisches, nicht zu süßes Tonic wie Fever-Tree Premium Indian Tonic Water lässt dem würzigen Pfeffer und dem Zitronengras genug Raum, ohne sie zu übertönen; frisches Zitronengras oder eine Chilischeibe als Garnitur unterstreichen das exotische Profil zusätzlich.
- Dry Martini: Dank seiner klaren Struktur und der höheren 42-%-Stärke eignet sich der East hervorragend für einen würzigen, ungewöhnlich akzentuierten Martini, in dem der schwarze Pfeffer für ein spannendes Finish sorgt.
- Mediterranes Tonic: Wer die florale Seite betonen möchte, kombiniert den East mit Fever-Tree Mediterranean Tonic Water, dessen dezente Kräuternoten sich gut mit Lavendel und Orriswurzel des Gins ergänzen.
Der Bombay Sapphire East richtet sich an Gin-Trinker, die den zugänglichen Bombay-Stil schätzen, sich aber nach mehr Würze und Charakter als beim Original-Sapphire sehnen. Im direkten Vergleich bleibt der East klar als Verwandter erkennbar – dieselbe Destillerie, dasselbe Verfahren, dieselbe Grundbasis an Botanicals –, gewinnt durch Zitronengras und schwarzen Pfeffer aber ein eigenständiges, deutlich würzigeres und zitrischeres Profil, das ihn von Wacholder-dominierten London-Dry-Gins ebenso abhebt wie von reinen Citrus-Gins. Diese Balance aus vertrauter Handschrift und exotischer Note macht den East zu einer lohnenden Wahl für alle, die nach über einem Jahrzehnt seit seinem Launch immer noch neugierig auf eine würzigere Variante des meistverkauften Premium-Gins der Welt sind.
Aromenprofil
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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