Bombay Sapphire London Dry Gin

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Bombay Sapphire London Dry Gin

4/5 Redaktionsbewertung
40 % vol.England
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Herstellung des Bombay Sapphire London Dry Gin:

Die Wurzeln von Bombay Sapphire reichen bis 1761 zurück, als der Brenner Thomas Dakin in Warrington eine Gin-Destillerie gründete, die später von der Familie Greenall als G&J Greenall's weitergeführt wurde. 1960 brachte der amerikanische Unternehmer Allan Sorbin diesen Gin unter dem Namen "Bombay Dry Gin" mit imperialer Markenoptik in die USA. Die eigentliche Bombay-Sapphire-Linie entstand jedoch erst 1987, als Michel Roux – der zuvor bereits Absolut Vodka zum internationalen Erfolg geführt hatte – aus der ursprünglichen Acht-Botanicals-Rezeptur eine eigenständige Premium-Variante entwickelte: Er ergänzte Cubebenpfeffer und Paradieskörner und gab dem Gin seine charakteristische blaue Flasche, benannt nach dem berühmten Diamanten "Star of Bombay". 1998 übernahm Bacardi die Marke für rund 1,94 Milliarden US-Dollar von Diageo, seit 2014 wird sie in der eigens gebauten Bombay Sapphire Distillery im Laverstoke Mill in Hampshire hergestellt – einer ehemaligen Papiermühle, die der Olympia-Kessel-Designer Thomas Heatherwick zu einer modernen Destillerie mit botanischen Gewächshäusern umgestaltete.

Das Besondere an der Herstellung ist das Vapour-Infusion-Verfahren: Anders als bei den meisten Gins werden die zehn Botanicals nicht direkt im Alkohol eingelegt, sondern in Kupferkörben oberhalb des Kessels platziert, sodass nur der aufsteigende Alkoholdampf durch sie hindurchströmt und ihre Aromen sanft aufnimmt, statt sie mit ihnen zu kochen. Zum Einsatz kommen dabei zwei historische Carter-Head-Brennblasen aus dem 19. Jahrhundert, liebevoll Tom und Mary genannt, sowie zwei größere Pot-Stills namens Victoria und Henry für die Grundspirituose. In den beiden gläsernen Gewächshäusern der Laverstoke Mill werden zudem einige der verwendeten Botanicals selbst kultiviert, sodass Besucher der Destillerie den Weg vom Anbau bis zur fertigen Flasche direkt vor Ort nachvollziehen können – ein architektonisches Aushängeschild, das Bombay Sapphire bewusst auch als Erlebnisort für Gin-Interessierte positioniert.

Verkostung des Bombay Sapphire London Dry Gin:

Der Bombay Sapphire London Dry Gin präsentiert sich in der Nase frisch und leicht, mit zartem Wacholder, spritziger Zitronenschale und einer feinen floralen Komponente durch Orris Wurzel und Paradieskörner. Am Gaumen zeigt sich der Gin mild und ausgewogen, mit dezenter Würze durch Kubebenpfeffer und Cassia-Rinde sowie einer leicht süßlichen Note von Süßholz. Der schonende Dampfinfusionsprozess sorgt für ein sauberes, elegantes Profil ohne gekochte oder schwere Aromen, das in einem klaren, angenehm frischen Abgang mündet. Verglichen mit kräftigeren, wacholderbetonten London-Dry-Stilen bleibt der Bombay Sapphire dabei bewusst zurückhaltender, was ihn zu einem besonders vielseitigen Mixgin macht, der sich problemlos in Cocktails mit anderen dominanten Aromen einfügt, statt sie zu überdecken.

Steckbrief Bombay Sapphire London Dry Gin:

Alkoholgehalt: 40 % vol.
Verwendete Botanicals: Koriander, Kubebenpfeffer, Wacholder, Zitronenschale, Angelikawurzel, Cassia-Rinde, Orris Wurzel, Süßholz, Bitter-Mandel, Paradieskörner
Hersteller: Bombay Sapphire Distillery (Bacardi Limited), Laverstoke Mill, Hampshire, England

Botanicals des Bombay Sapphire London Dry Gin im Detail

Von den ursprünglichen acht Botanicals der klassischen Bombay-Rezeptur – darunter Wacholder, Koriander, Angelikawurzel, Cassia-Rinde, Süßholz, Zitronenschale, Orriswurzel und Bittermandel, wie sie bis heute im Bombay Original Dry Gin verwendet werden – ergänzte Michel Roux 1987 zwei zusätzliche Zutaten: Kubebenpfeffer, eine mit schwarzem Pfeffer verwandte Beere aus Indonesien, und Paradieskörner, eine westafrikanische Gewürzpflanze aus der Familie des Ingwers. Beide Botanicals bringen eine feine, pfeffrig-würzige Schärfe ein, die dem Bombay Sapphire gegenüber dem geradlinigeren Original ein florales, leicht exotisches Zusatzaroma verleiht. Gerade in Kombination mit dem schonenden Vapour-Infusion-Verfahren entsteht so ein besonders cleanes, nie bitteres Aromenbild, das den Bombay Sapphire zu einem der meistverkauften Premium-Gins weltweit gemacht hat.

Verwendung des Bombay Sapphire London Dry Gin

  • Gin & Tonic: Der Bombay Sapphire London Dry Gin harmoniert klassisch mit einem milden Indian Tonic Water wie Fever-Tree Premium Indian Tonic Water, das seine floralen und zitrischen Noten unterstreicht, ohne sie zu überlagern; eine Scheibe Gurke oder etwas Limette rundet das Glas ab.
  • Dry Martini: Dank seines leichten, feinen Profils gilt der Bombay Sapphire vielen Bartendern als Standardgin für einen klassischen Dry Martini, in dem seine floral-würzige Balance besonders gut zur Geltung kommt.

Der Bombay Sapphire London Dry Gin richtet sich an Genießer, die einen milden, ausgewogenen und vielseitigen Gin suchen, der sich sowohl für den klassischen Gin & Tonic als auch für anspruchsvollere Cocktails eignet. Im Vergleich zum geradlinigeren Bombay Original Dry Gin wirkt der Sapphire durch Kubebenpfeffer und Paradieskörner floraler und komplexer, während er gegenüber kräftigeren, wacholderbetonten London-Dry-Gins wie Beefeater London Dry Gin deutlich zugänglicher und leichter bleibt – eine Balance, die den Bombay Sapphire seit Jahrzehnten zu einem der international meistgetrunkenen Premium-Gins macht.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Wacholder2/5
Zitrus3/5
Kräuter/Blumig3/5
Würze3/5

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