1724 Tonic Water

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4/5 Redaktionsbewertung
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Herstellung & Aromatik des 1724 Tonic Water

Schon die Entstehungsgeschichte des 1724 Tonic Water ist ungewöhnlich für ein Filler-Produkt: Entwickelt wurde es von den spanischen Machern des Gin Mare, die für ihren mediterranen Gin seit 2011 ein eigenes, passgenaues Tonic auf den Markt bringen. Namensgebend ist eine sehr konkrete geografische Angabe – 1724 Meter Höhe. In dieser Höhenlage, entlang des berühmten Inka-Trails im peruanischen Hochland, wird die Chinarinde für das Tonic von Hand geerntet, aus der auf traditionelle Weise das namensgebende Chinin gewonnen wird. Ergänzt wird die Rezeptur um eine feine Mandarinennote sowie um Quellwasser aus Patagonien, das zu den reinsten Wasservorkommen weltweit zählt.

Damit positioniert sich das 1724 nicht als Allerwelts-Tonic von der Stange, sondern als bewusst inszeniertes Companion-Produkt: Statt möglichst neutral und universell einsetzbar zu sein, ist es explizit auf die Handschrift eines aromatisch komplexen, mediterranen Gins wie Gin Mare zugeschnitten. Die Verwendung von handgeernteter Chinarinde statt industriell extrahiertem Chinin sowie die bewusste Reduktion auf wenige, hochwertige Zutaten unterstreichen den Premium-Anspruch der Marke.

Die Wahl der Chinarinde aus dem peruanischen Andenhochland ist dabei kein reiner Marketing-Kniff, sondern knüpft an die eigentliche Herkunftsgeschichte des Tonic Water an: Die Rinde des Chinarindenbaums war es, die im 19. Jahrhundert britischen Kolonialbeamten in Malaria-Gebieten als Medizin diente und über den Umweg der mit Zucker und Sodawasser genießbar gemachten Chinin-Lösung schließlich zum Ursprung des klassischen Gin & Tonic wurde. Indem das 1724 seine Chinarinde gezielt aus einer der historischen Ursprungsregionen dieser Pflanze bezieht, stellt es einen direkten Bezug zu dieser Entstehungsgeschichte des Getränks her, statt auf austauschbares Industriechinin zu setzen.

Auch beim Wasser verlässt sich das 1724 nicht auf gewöhnliches Trinkwasser aus der Leitung: Das aus Patagonien stammende Quellwasser gilt als besonders mineralarm und rein, was der insgesamt eher leisen, unaufdringlichen Aromatik des Tonics zusätzlich zugutekommt. In Kombination mit der milden Mandarinennote und der zurückhaltend dosierten Süße entsteht so ein Tonic, das weniger auf Wucht als auf Feinheit setzt – ein Ansatz, der in einem von kräftig-bitteren Indian Tonics dominierten Markt durchaus eine eigenständige Nische besetzt.

Geschmacksprofil

Geschmacklich ist das 1724 Tonic Water ein eher aromatisch-zurückhaltender Vertreter seiner Gattung. Weder die Bitter- noch die Zitrusnoten treten stark in den Vordergrund, stattdessen befinden sie sich in einer feinen Balance, die dem Tonic einen fast limonadenartigen, leicht mandarinigen Charakter verleiht. Vorteilhaft für die Kombination mit Gins ist, dass das 1724 Tonic spürbar weniger süß schmeckt als viele Massenmarken-Tonics und dabei angenehm trocken bleibt. Die feine Perlage sorgt zusätzlich für ein edles, ruhiges Mundgefühl, ohne das aggressive Prickeln, das bei stark karbonisierten Tonics oft die feineren Aromen überdeckt.

Serviert wird das 1724 klassisch im großen Ballonglas mit reichlich Eis, damit die zurückhaltenden Aromen nicht durch zu schnelles Erwärmen verwässert wirken. Eine dünne Mandarinen- oder Orangenzeste passt gut zur fruchtigen Grundnote des Tonics, während auf kräftige Kräutergarnituren eher verzichtet werden sollte, um das dezente Profil nicht zu überlagern.

Informationen zum 1724 Tonic Water

Herkunft der Chinarinde: Peruanisches Hochland, Inka-Trail, 1724 Meter Höhe (von Hand geerntet)
Wasser: Quellwasser aus Patagonien
Entwickelt von: den Machern des Gin Mare (Spanien), seit 2011 im Handel

Gin & 1724 Tonic: Empfehlungen

  • Mit Gin Mare: Die naheliegendste und vom Hersteller selbst intendierte Kombination – das 1724 wurde von den Machern des Gin Mare explizit als dessen idealer Partner entwickelt und lässt dessen mediterrane Botanicals wie Basilikum, Thymian und Rosmarin ungestört zur Geltung kommen.
  • Mit Monkey 47 Dry Gin: Die zurückhaltende Süße und die dezente Mandarinennote geben dem außergewöhnlich botanicals-reichen Monkey 47 genug Raum, seine über 47 Zutaten ausdifferenzierte Aromatik zu entfalten, ohne dass das Tonic dazwischenfunkt.
  • Mit Hendrick's Gin: Da das 1724 kaum eigene Bitterspitzen mitbringt, harmoniert es gut mit dem floralen, gurkig-rosigen Profil von Hendrick's, dessen ungewöhnliche Aromatik so nicht von einer dominanten Chininnote verdeckt wird.

Insgesamt bietet das 1724 Tonic Water damit beste Voraussetzungen für die Kombination mit komplexen, aromenreichen Gins – mit seiner dezenten Frucht- und Zitrusnote lässt es solchen Gins viel Raum zur geschmacklichen Entfaltung, statt sich in den Vordergrund zu drängen. In stark wacholderbetonten, klassischen London-Dry-Gins geht das eher leise Profil des 1724 dagegen mitunter geschmacklich unter – hier sind kräftiger dosierte, chininbetontere Tonics oft die bessere Wahl.

Innerhalb der spanischen Gin-Mare-Familie bleibt das 1724 damit ein Nischenprodukt mit klarem Zweck: Es ist weniger als universeller Alleskönner gedacht denn als maßgeschneiderter Begleiter für einen ganz bestimmten Gin-Stil. Wer einen mediterranen, kräuterbetonten Gin sucht, für den ist die Kombination aus Gin Mare und dem eigens dafür entwickelten 1724 Tonic Water kaum zu schlagen.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße2/5
Bitterkeit3/5
Fruchtigkeit2/5
Kräuter/Blumig1/5

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