Die Kombination im Überblick
Jinzu Gin und Fever-Tree Premium Indian Tonic Water sind die auf der eigenen Jinzu-Produktseite ausdrücklich empfohlene "klassische" Variante für alle, die es etwas herber mögen als bei der alternativ vorgeschlagenen, fruchtigeren Cherry-Blossom-Tonic-Kombination. Der Jinzu entstand 2013 als Siegerrezeptur der Bartenderin Dee Davies beim Diageo-Wettbewerb "Show your Spirit" und wird seither in der Cameronbridge Distillery bei Edinburgh gebrannt – demselben Ort, an dem auch das Destillat für Tanqueray entsteht. Die eigentliche Besonderheit liegt jedoch nicht in der Destillation selbst, sondern in der anschließenden Assemblage: Ein klassisch destillierter Wacholder-Koriander-Gin wird mit japanischem Sake sowie Kirschblüten (Sakura) und der Zitrusfrucht Yuzu verschnitten, wodurch der fertige Jinzu einen ungewöhnlich weichen, leicht süßlichen Grundton erhält. Das Fever-Tree trifft auf diesen sanften, fernöstlich geprägten Gin mit seiner gewohnt ausgewogenen, chininbetonten Bitterkeit aus tansanischer und kongolesischer Chinarinde.
Warum diese Kombination funktioniert
Der Sake im Jinzu macht den Antrunk weich, rundlich und leicht süßlich, bevor sich Koriander und eine dezente krautig-würzige Tiefe entfalten. Ohne ein Gegengewicht könnte diese Weichheit schnell konturlos wirken. Genau hier setzt das Fever-Tree an: Seine feine, aber klar wahrnehmbare Bitterkeit sowie das natürliche Bitterorangenöl geben dem Sake-Ton Halt, ohne die zarte Kirschblüten- und Yuzu-Aromatik zu überdecken, die den Jinzu von anderen Gins unterscheidet. Die Zitrussäure des Tonics verstärkt zudem dezent die im Gin ohnehin angelegte Yuzu-Frische, bleibt dabei aber insgesamt zurückhaltend – passend zu einem Gin, der auf Eleganz statt auf Wucht setzt. Diese Balance aus stützender Bitterkeit und behutsamer Verstärkung der Eigenaromen macht das Fever-Tree zu einem der verlässlicheren Partner für einen so ungewöhnlich sanften Gin wie den Jinzu.
Verkostung der Kombination
In der Nase ist zunächst der Sake deutlich erkennbar, mild-süßlich und leicht reisig, begleitet von der floralen Kirschblüte und einer feinen Yuzu-Frische. Beim Verkosten steht der Sake erneut im Zentrum, gefolgt von einem deutlichen Wacholder-Ton, Kirscharomen und dem dezenten Geschmack reifer Zitrusfrüchte wie Orange – die Yuzu des Gins und die Zitrusnote des Tonics verschmelzen dabei zu einem stimmigen Gesamtbild, ohne dass eine der beiden Komponenten aufdringlich wirkt. Im Abgang kommen sehr angenehm integrierte Bittertöne aus dem Fever-Tree hinzu, die dem sonst eher weichen Drink etwas Kontur geben; auch der Alkohol bleibt im Abgang spürbar. Insgesamt ein harmonischer, aber überschaubarer Aromenkosmos aus Sake, Wacholder, Kirsche und blumigen Zwischentönen, dem im Vergleich zu komplexeren Kombinationen im Programm etwas Vielschichtigkeit fehlt.
Serviervorschlag
Serviert wird der Jinzu Gin & Tonic am besten im großen Ballonglas mit reichlich Eis, in einem Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic), damit die feinen Sake- und Kirschblütennoten nicht in zu viel Bitterkeit ertrinken. Als Garnitur empfiehlt sich eine dünne Orangenzeste statt der klassischen Zitronenscheibe: Zitrone würde mit ihrer kräftigeren Säure die filigranen Sakura- und Yuzu-Töne eher übertönen, während Orange die im Gaumen ohnehin vorhandene reife Zitrusnote sanft aufgreift, statt mit ihr zu konkurrieren.
Einordnung & Vergleich
Wie entscheidend die Wahl des richtigen Tonics für den Jinzu ist, zeigt ein Blick auf die zweite im Programm getestete Kombination: Jinzu Gin & Thomas Henry Cherry Blossom Tonic, die mit nur 1/5 Punkten deutlich schlechter abschneidet. Die Idee dahinter war naheliegend – ein Kirschblüten-Tonic sollte die im Jinzu ohnehin vorhandene Sakura-Note verstärken –, in der Praxis dominierte das fruchtig-süße Tonic den Gin jedoch fast vollständig, sodass von Sake, Wacholder und Yuzu kaum noch etwas übrig blieb. Das Fever-Tree geht den gegenteiligen Weg: Statt ein weiteres, ähnlich gelagertes Fruchtaroma hinzuzufügen, bringt es klassische Chinin-Bitterkeit ein, die dem Gin Raum lässt, seine eigene Aromatik zu zeigen, statt sie zu übertönen. Der Vergleich der beiden Kombinationen ist damit ein anschauliches Beispiel dafür, dass ein zum Gin thematisch passendes Tonic nicht automatisch die bessere Wahl ist – manchmal braucht ein sanfter, vielschichtiger Gin eher einen Kontrast als eine Verdopplung seiner eigenen Aromen.
Fazit
4/5 Punkte. Ein ausgewogener, angenehm zu trinkender Gin & Tonic, dessen Sake-, Wacholder- und Kirscharomen von der klassischen Bitterkeit des Fever-Tree gut getragen werden. Der Kombination fehlt es an der ganz großen Komplexität, wie sie andere Paarungen im Programm bieten, doch innerhalb der eigenen, eher milden Aromenwelt des Jinzu ist sie die klar überzeugendere Wahl im Vergleich zur fruchtig-süßen Cherry-Blossom-Variante. Empfehlenswert für alle, die klassische Gin-Aromatik mit einer sanften, fernöstlich geprägten Note verbinden möchten, ohne dass der Gin dabei in der Bitterkeit oder Süße des Tonics untergeht.
Geschmacks-Matrix der Kombination
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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