Ungava Canadian Premium Gin & Thomas Henry Tonic Water (4/5)

Gin & Tonic

Ungava Canadian Premium Gin & Thomas Henry Tonic Water (4/5)

4/5 Redaktionsbewertung
Gin & Tonic
Ungava Canadian Premium Gin bei Amazon
Auf Amazon suchen
Werbung · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen
Ansehen
Thomas Henry Tonic Water bei Amazon
Preis & Verfügbarkeit auf Amazon prüfen
Werbung · Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen
Ansehen

Die Kombination im Überblick

Ungava Canadian Premium Gin und Thomas Henry Tonic Water bringen zwei Produkte zusammen, die geschmacklich aus sehr unterschiedlichen Welten stammen. Der Ungava wird von Domaine Pinnacle im kanadischen Québec produziert und bezieht seine namensgebenden Botanicals – wilde Hagebutten, Moltebeeren, Krähenbeeren, Labradortee und nordischen Wacholder in einer sogenannten Arctic-Blend-Mischung – aus der subarktischen Vegetation der Ungava-Halbinsel im äußersten Norden der Provinz. Die fünfwöchige Mazeration dieser Botanicals verleiht dem Gin nicht nur ein fruchtig-florales, deutlich von klassisch-britischen Wacholderbomben abweichendes Profil, sondern auch seine markante, goldgelbe Farbe. Thomas Henry dagegen steht für das Gegenteil: ein in Berlin entwickeltes, bewusst zurückhaltendes Tonic ohne eigene Fruchtnote, dessen kräftige Chinin-Bitterkeit komplexen Gins Struktur statt zusätzlicher Aromen geben soll. Die Frage bei dieser Paarung lautet daher weniger, ob sich beide Produkte grundsätzlich ergänzen, als vielmehr, wie viel von der delikaten, subarktischen Fruchtigkeit des Ungava unter der ausgeprägten Bitterkeit des Tonics erhalten bleibt.

Warum diese Kombination funktioniert

Mit einer im Vergleich zu vielen anderen New-Western-Gins recht ausgeprägten Zitrusnote und einem insgesamt lebhaften, fast prickelnden Wacholdercharakter bringt der Ungava genug Struktur mit, um der Bitterkeit des Thomas Henry nicht schutzlos ausgeliefert zu sein – anders als deutlich weichere, rein florale Gins. Die süß-säuerlichen Noten von Krähenbeeren und wilden Hagebutten, die an Sicilian-Lemon-Aromatik erinnern, harmonieren mit der trockenen Chinin-Herbe nach demselben Prinzip, das klassische Gin-Tonic-Kombinationen ohnehin trägt: Zitrussäure und Bitterkeit stützen sich gegenseitig. Allerdings ist Thomas Henry nicht die Tonic-Richtung, die der Hersteller selbst für den Ungava empfiehlt – auf der eigenen Produktseite wird eher zu einem aromatischen, blumig-fruchtigen Tonic wie Fever-Tree Elderflower geraten, das die floralen und beerigen Facetten gezielt verstärkt. Mit Thomas Henry verschiebt sich der Charakter der Kombination entsprechend: Statt die exotische Beerenfrucht und den Labradortee in den Vordergrund zu rücken, betont die kräftige Bitterkeit eher die zitrisch-wacholderbetonte Seite des Gins und drängt die zarteren Arctic-Blend-Nuancen streckenweise etwas in den Hintergrund – eine durchaus gute, aber weniger typische Art, den Ungava zu genießen als mit einem fruchtig-floralen Tonic.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich der Drink zunächst herb-bitter durch das Tonic, mit einer darunterliegenden, hellen Zitrus- und Beerennote, die sich erst nach kurzer Zeit stärker entfaltet. Am Gaumen zeigt sich moderate Säure aus Krähenbeere und Hagebutte, die von der Chinin-Bitterkeit gut gestützt wird, während eine leichte, nie aufdringliche Süße aus den Beerenaromen im Hintergrund mitschwingt und einen Ausgleich zur konsequenten Trockenheit des Tonics schafft. Der Labradortee, der den puren Ungava mit einer samtigen, fast öligen Textur versieht, ist im Longdrink deutlich subtiler wahrnehmbar als pur, bleibt aber als feine, kräuterig-warme Nuance im Hintergrund erhalten. Der Abgang ist mittellang, bitter-zitrisch mit einem leicht beerigen Nachklang – insgesamt eine vielschichtige, aber im Vergleich zum puren Gin etwas weniger exotisch wirkende Kombination.

Serviervorschlag

Empfehlenswert ist auch hier das große Ballonglas mit reichlich Eis im Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) – ein klares Glas lohnt sich zudem, um die auffällige goldgelbe Farbe des Ungava sichtbar zu lassen. Als Garnitur passt eine Scheibe rosa Grapefruit gut, die die vorhandene Zitrusnote unterstreicht, ohne die Beerenaromen zu überdecken; wer die exotische Seite des Gins stärker betonen möchte, kann alternativ mit ein oder zwei frischen Preiselbeeren garnieren, sofern erhältlich. Auf stark blumige Garnituren wie Rosenblätter sollte dagegen eher verzichtet werden, da sie im Zusammenspiel mit der trockenen Tonic-Bitterkeit schnell verloren wirken.

Einordnung & Vergleich

Wer die fruchtig-florale Seite des Ungava maximal auskosten möchte, ist mit dem vom Hersteller selbst empfohlenen Fever-Tree Elderflower Tonic Water oder dem beerig-fruchtigen Franklin & Sons Rhubarb & Hibiscus Tonic Water besser bedient – beide verstärken gezielt genau jene exotischen Aromen, die den Ungava von anderen Gins unterscheiden. Thomas Henry verfolgt dagegen einen bewusst anderen Ansatz: Statt die Arctic-Blend-Fruchtigkeit zu betonen, gibt es dem Ungava mehr klassische Struktur und rückt seine ohnehin vorhandene Zitrus- und Wacholderseite stärker in den Vordergrund. Im Vergleich zu anderen unkonventionellen New-Western-Gins wie Hendrick's Gin, dessen extrem floral-milde Rose-Gurke-Aromatik unter einer so trockenen Bitterkeit deutlich stärker leidet, zeigt sich beim Ungava, dass ein Gin mit spürbarerer Zitrussäure und lebhafterem Wacholder auch mit einem konsequent herben Tonic noch gut zurechtkommt, auch wenn er dabei nicht sein exotischstes Gesicht zeigt. Innerhalb der eigenen Ungava-Tonic-Kombinationen ist dies damit die klassischere, weniger verspielte Variante – wer den Gin bereits über ein fruchtig-florales Tonic kennengelernt hat, findet in der Thomas-Henry-Version eine interessante, deutlich trockenere Gegenperspektive.

Fazit

4/5 Punkte. Eine gute, aber nicht ganz ideale Kombination: Die spürbare Zitrussäure und der lebhafte Wacholder des Ungava geben der kräftigen Bitterkeit des Thomas Henry genug entgegenzusetzen, sodass der Drink insgesamt gut ausbalanciert bleibt. Wer die exotische, beerig-florale Seite des Ungava jedoch maximal erleben möchte, fährt mit einem der vom Hersteller empfohlenen, fruchtig-aromatischen Tonics besser. Als bewusst klassischere, trockenere Variante des Ungava Gin & Tonic ist diese Paarung aber eine ehrliche Empfehlung für alle, die einen etwas ernsthafteren, weniger süßen Umgang mit diesem ungewöhnlichen Gin suchen.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische3/5
Süße3/5