Monkey 47 Dry Gin & 1724 Tonic Water (5/5)

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Monkey 47 Dry Gin & 1724 Tonic Water (5/5)

5/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Monkey 47 Dry Gin aus dem Schwarzwälder Löffingen und 1724 Tonic Water sind einander schon auf dem Papier zugetan: Auf der eigenen Produktseite des 1724 nennt der Hersteller den Monkey 47 ausdrücklich als einen der Gins, für die diese Rezeptur besonders geeignet ist – die zurückhaltende Süße und die dezente Mandarinennote sollen dem außergewöhnlich botanicals-reichen Gin genug Raum geben, seine über 47 Zutaten ausdifferenzierte Aromatik ungestört zu entfalten. Der Monkey 47 selbst verarbeitet ein Drittel regionale Schwarzwald-Zutaten wie Fichtensprossen, Preiselbeeren, Brombeeren und Holunderblüten sowie exotische Gewürze wie Kardamom, Nelken, Ingwer und Ceylon-Zimt, abgefüllt mit kräftigen 47 % vol. Das 1724 wiederum entstand ursprünglich für den kräuterbetonten Gin Mare und setzt auf handgeerntete Chinarinde aus 1724 Metern Höhe im peruanischen Hochland sowie Patagonien-Quellwasser – ein Tonic, das bewusst leise bleibt, obwohl es mit einem völlig anderen, mediterranen Gin-Typ groß geworden ist. Dass es bei einem so andersartigen, gewürzintensiven deutschen Gin wie dem Monkey 47 dennoch zur Empfehlung wird, zeigt, wie universell das Prinzip der Zurückhaltung funktionieren kann.

Warum diese Kombination funktioniert

Der Monkey 47 ist mit seiner enormen Botanicals-Dichte ein Gin, der jedes zusätzliche, konkurrierende Aroma im Tonic sofort als Störgeräusch registriert. Das 1724 bringt genau das nicht mit: Es verzichtet auf ausgeprägte Bitterspitzen oder eine eigenständige Kräuterwelt und lässt stattdessen die feine Mandarinennote als einzigen eigenen Akzent stehen. Diese Mandarine trifft im Glas nicht auf eine einzelne Frucht, sondern auf ein ganzes Spektrum an Waldbeeren – Preiselbeere und Brombeere – und webt sich unauffällig dazwischen ein, ohne eine neue, konkurrierende Fruchtlinie zu eröffnen. Anders als bei Tonics mit eigener, profilierter Bitterkeit, die dem Gewürzreichtum aus Kardamom, Nelken und Ceylon-Zimt etwas entgegensetzen, überlässt das 1724 dem Monkey 47 fast die komplette Bühne und beschränkt sich auf die Rolle des stillen Resonanzbodens. Für einen Gin, der ohnehin schon 47 einzelne Stimmen im Konzert vereint, ist das genau die richtige Zurückhaltung: kein 48. Aroma, das um Aufmerksamkeit konkurriert, sondern lediglich ein wenig Kohlensäure, ein Hauch Süße und die feine Chinin-Basis, die der hohen Trinkstärke etwas Volumen entgegensetzt.

Verkostung der Kombination

In der Nase zeigt sich eine dichte, waldig-würzige Aromatik aus Fichtensprossen, roten Waldbeeren und feinen Gewürznoten, in die sich die milde Mandarine des Tonics nur zurückhaltend einfügt. Am Gaumen entfaltet sich der Monkey 47 nahezu ungebremst: Wacholder und die pfeffrig-warmen Gewürze aus Kardamom und Ingwer bilden das Zentrum, während Preiselbeere und Brombeere für eine leicht säuerliche Fruchtnote sorgen. Die Süße des 1724 bleibt insgesamt moderat und dient eher als sanfter Rahmen für die Fruchtseite des Gins als als eigenständige Ebene. Wacholder, Beere und Gewürz wechseln sich in einem langsamen, vielschichtigen Rhythmus ab, ohne dass eine Komponente die andere verdrängt. Der Abgang ist lang, würzig und leicht fruchtig-süßlich, mit einem Nachklang aus Waldbeeren und feiner Schärfe – intensiv, aber bemerkenswert austariert für einen derart botanicals-reichen Gin.

Serviervorschlag

Da der Monkey 47 schon in kleinen Mengen ein sehr intensives Aroma entfaltet, empfiehlt sich ein großzügiges Verhältnis von etwa 1:3 (Gin zu Tonic) im großen Ballonglas mit reichlich Eis, damit die Fülle an Botanicals nicht überkonzentriert wirkt. Eine schmale Orangen- oder Mandarinenzeste passt gut, da sie die vorhandene Zitrusfrische des 1724 aufgreift, ohne eine neue Aromenebene hinzuzufügen. Auf kräuterige oder blumige Garnituren sollte verzichtet werden, da der Monkey 47 mit seinen eigenen 47 Botanicals bereits genug florale und krautige Facetten mitbringt und zusätzliche Kräuternoten die klare Struktur eher verwässern würden.

Einordnung & Vergleich

Innerhalb des Katalogs steht der Monkey 47 bereits mit drei weiteren Tonics – Thomas Henry, Fever-Tree Naturally Light und Fever-Tree Premium Indian Tonic Water – für unterschiedliche Grade von Trockenheit und Struktur. Gerade der Vergleich zur Fever-Tree-Indian-Kombination macht den Unterschied zum 1724 deutlich: Fever-Tree bringt mit seinem natürlichen Bitterorangenöl eine eigene, wenn auch dezente Aromenlinie mit, die gezielt an die Zitrusfacetten aus Kubebenpfeffer und Zitronenschale im Monkey 47 andockt und dessen orangige Seite verstärkt. Das 1724 dagegen verzichtet fast vollständig auf eine solche eigene Duftnote und tritt stattdessen als reiner Resonanzraum für die Waldbeeren- und Gewürzfülle des Gins auf – weniger ein Gesprächspartner als eine Bühne. Wer den Monkey 47 mit einem Tonic erleben möchte, das seine eigene Handschrift zeigt, findet diese eher bei Fever-Tree; wer die 47 Botanicals so unverfälscht wie möglich und mit einem zusätzlichen fruchtig-mandarinigen Unterton erleben will, ist mit dem 1724 – ursprünglich für einen völlig anderen, mediterranen Gin entwickelt – überraschend gut bedient.

Fazit

5/5 Punkte. Eine Kombination, die auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkt – ein für den mediterranen Gin Mare entwickeltes Tonic trifft auf einen der komplexesten deutschen Gins –, sich aber gerade durch diese Distanz auszeichnet: Das 1724 bringt keine eigene Agenda mit und lässt den Monkey 47 in seiner vollen Aromenfülle sprechen. Empfehlenswert für alle, die den Monkey 47 so unverfälscht wie möglich erleben möchten, ergänzt um einen leisen, fruchtig-mandarinigen Unterton. Wer stattdessen ein Tonic mit spürbarerer eigener Note bevorzugt, findet mit der Fever-Tree-Indian-Kombination die passendere Alternative – für puristische Genießer bleibt das 1724 jedoch eine der stimmigsten Optionen im gesamten Monkey-47-Programm.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance5/5
Komplexität5/5
Säure/Frische2/5
Süße3/5