Die Kombination im Überblick
Gordon's Premium Pink Gin verfeinert die klassische Gordon's-Rezeptur mit natürlichen Aromen von Erdbeere, Himbeere und roter Johannisbeere und wird mit vergleichsweise niedrigen 37,5 % vol. abgefüllt – ein zugänglicher, deutlich fruchtig-süßer Gin, der seit seiner Einführung 2017 einen regelrechten Boom rund um aromatisierte "Pink Gins" ausgelöst hat. Das East Imperial Grapefruit Tonic Water bringt mit rosa Grapefruit und Pomelo eine saftige, aber auch spürbar säuerliche Zitrusnote mit. Diese Paarung stellt damit der Beerensüße des Pink Gin eine herbere, säurebetontere Fruchtnote entgegen – ein Kontrast, der der oft als zu süß kritisierten Pink-Gin-Kategorie zusätzliche Frische und Struktur verleiht. Der kommerzielle Erfolg des Gordon's Premium Pink Gin übertraf dabei sämtliche Erwartungen von Diageo: Bereits wenige Jahre nach der Einführung überschritt die Marke die Marke von einer Million verkaufter Kisten pro Jahr und machte fruchtig-aromatisierte Gins damit von einer Nischenerscheinung zu einem festen Bestandteil des Massenmarktes.
Warum diese Kombination funktioniert
Gordon's Premium Pink Gin lebt von seiner Erdbeer-Himbeer-Süße, die ohne Gegenspieler schnell in Richtung reiner Fruchtlimonade kippen kann – ein Kritikpunkt, den viele Pink-Gin-Interpretationen teilen. Das East Imperial Grapefruit Tonic bringt mit seiner ausgeprägten Säure und der vergleichsweise zurückhaltenden Bitterkeit genau das nötige Gegengewicht mit: Die Grapefruit schneidet durch die Beerensüße, ohne sie vollständig zu neutralisieren, und sorgt so für ein spürbar strukturierteres, weniger eindimensionales Geschmacksbild als bei den meisten anderen Pink-Gin-Kombinationen. Die niedrigere Trinkstärke des Gordon's kommt der Kombination dabei zusätzlich entgegen: Sie lässt der Frucht-Säure des Tonics genug Raum, um sich zu entfalten, statt von einem hochprozentigen Gin überdeckt zu werden.
Verkostung der Kombination
In der Nase zeigen sich rote Beerenfrüchte – Erdbeere und Himbeere – neben der frischen, leicht herben Note der rosa Grapefruit. Am Gaumen verbindet sich die Fruchtsüße des Gordon's mit der spürbaren Säure des Tonics zu einem saftig-frischen, angenehm ausbalancierten Bild: Die rote Johannisbeere des Gins sorgt zusätzlich für eine leichte, natürliche Säurenote, die sich mit der Grapefruit-Säure des Tonics gut ergänzt, statt sich zu wiederholen. Ein Hauch Wacholder im Hintergrund erinnert daran, dass unter der Fruchtschicht weiterhin ein waschechter Gin steckt. Der Abgang ist kurz bis mittellang, fruchtig-frisch und angenehm herb im Nachklang – deutlich weniger süß als der pure Gin es vermuten lässt.
Serviervorschlag
Großes Ballonglas, reichlich Eis, Verhältnis etwa 1:3. Eine Scheibe rosa Grapefruit oder frische Erdbeeren als Garnitur unterstreichen je nach Vorliebe entweder die Zitrus- oder die Beerenseite der Kombination. Wer den Drink noch etwas herber mag, kann das Verhältnis leicht zugunsten des Tonics verschieben, etwa auf 1:4, um der Grapefruit-Säure noch mehr Raum gegenüber der Fruchtsüße des Gins zu geben.
Einordnung & Vergleich
Gordon's selbst empfiehlt für den Premium Pink Gin auf der eigenen Produktseite ein mildes, wenig bitteres Tonic mit Beerengarnitur – eine Empfehlung, die die Süße des Gins eher verstärkt als ausbalanciert. Das East Imperial Grapefruit Tonic geht mit seiner spürbaren Säure einen bewusst anderen, kontrastierenderen Weg und zeigt, dass Pink Gins von einem herberen statt einem zusätzlich süßen Tonic durchaus profitieren können. Im Vergleich zum klassischen Gordon's London Dry Gin aus demselben Haus, der mit demselben Tonic deutlich trockener und wacholderbetonter bleibt, zeigt sich beim Pink Gin, wie stark die zugesetzten Fruchtaromen den Gesamtcharakter gegenüber der Basisrezeptur verändern. Auch ein Vergleich mit dem deutlich kräftigeren Beefeater Pink Strawberry Gin lohnt sich: Während der Gordon's auf maximale Zugänglichkeit setzt, bleibt der Beefeater etwas wacholderbetonter und eignet sich damit eher für Trinker, die trotz Fruchtnote nicht ganz auf klassische Gin-Struktur verzichten möchten.
Fazit
4/5 Punkte. Eine gelungene Kombination, die zeigt, wie ein gezielt kontrastierendes statt ein zusätzlich süßes Tonic einem Pink Gin mehr Struktur und Frische verleihen kann. Die Beerensüße des Gordon's bleibt klar erkennbar, bekommt durch die herbe Grapefruit-Säure des Tonics aber ein spürbares Gegengewicht, das sie deutlich weniger aufdringlich wirken lässt als in den meisten anderen Pink-Gin-Kombinationen. Empfehlenswert für alle, die Pink Gin grundsätzlich mögen, aber die oft kritisierte Eindimensionalität vieler Kombinationen dieser Kategorie vermeiden möchten. Wer es klassisch-süß mag, kann natürlich weiterhin zum milderen, von Gordon's selbst empfohlenen Tonic greifen. Wer den historischen Ursprung des Namens "Pink Gin" kennenlernen möchte – ursprünglich klassischer, trockener Gin mit einigen Tropfen Angosturabitter statt zugesetzter Fruchtaromen – findet darin zudem einen interessanten Kontrast zur heutigen, deutlich süßeren Bedeutung des Begriffs, die der Gordon's Premium Pink Gin maßgeblich mitgeprägt hat. Diese Umdeutung war einer der Gründe, warum sich "Pink Gin" in der öffentlichen Wahrnehmung binnen weniger Jahre fast vollständig von seiner ursprünglichen Bedeutung löste – ein Wandel, den kaum eine andere Abfüllung so konsequent vorangetrieben hat wie diese von Diageo.
Geschmacks-Matrix der Kombination
Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.
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