Ferdinand's Saar Quince Gin & Fever-Tree Mediterranean Tonic Water (5/5)

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Ferdinand's Saar Quince Gin & Fever-Tree Mediterranean Tonic Water (5/5)

5/5 Redaktionsbewertung
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Die Kombination im Überblick

Ferdinand's Saar Quince Gin und Fever-Tree Mediterranean Tonic Water sind auf der eigenen Produktseite des Gins bereits als Empfehlung verzeichnet – und das aus gutem Grund. Der Saar Quince Gin ist kein klassischer Gin, sondern ein bei 30 % vol. verdünnter Gin-Likör: Auf Basis des Ferdinand's Saar Dry Gin mazerieren zwölf Wochen lang frisch geerntete Muskatquitten aus dem hauseigenen Anbau an der Saar, bevor die Maische schonend über eine Membran-Traubenpresse abgetrennt wird. Das Ergebnis ist herb-süß, steinobstig und von der Riesling-Basis mineralisch unterlegt – Wacholder spielt kaum noch eine Rolle. Das Mediterranean Tonic wurde von Fever-Tree als milde, wenig bittere Alternative zum klassischen Indian Tonic konzipiert, mit Rosmarin, Thymian und Lavendel statt kräftiger Chinin-Schärfe. Für einen Likör, der ohnehin schon Süße und Fruchtaroma mitbringt, ist genau diese Zurückhaltung der entscheidende Vorteil gegenüber einem herberen Tonic. Fever-Tree selbst wurde 2004 von Charles Rolls und Tim Warrillow in London gegründet und positionierte sich von Anfang an über den vollständigen Verzicht auf künstliche Süßstoffe; das Mediterranean Tonic entstand später gezielt als milderer Gegenpart zum eigenen Indian Tonic, um blumig-fruchtigen Gins mehr Raum zu geben, statt sie mit Bitterkeit zu übertönen – eine Idee, die bei einem Gin-Likör wie dem Saar Quince Gin noch konsequenter aufgeht als bei einem klassischen Gin.

Warum diese Kombination funktioniert

Ein kräftig-bitteres Tonic würde bei einem 30-%-Likör wie dem Saar Quince Gin schnell zu einem schiefen Verhältnis führen: Die Bitterkeit stünde der ohnehin schon präsenten Fruchtsüße unvermittelt gegenüber, ohne dass genug alkoholisches Rückgrat vorhanden wäre, um beides zusammenzuhalten. Das Mediterranean Tonic umgeht dieses Problem, indem es der Quitte keine Konkurrenz macht, sondern mit seinen Kräuternoten eine zweite, komplementäre Ebene einzieht. Rosmarin und Lavendel greifen dabei die Rosen- und Ingwer-Anklänge auf, die im Quince Gin selbst stecken, während die milde Süße des Tonics nicht auf die Fruchtsüße des Likörs draufsattelt, sondern sie eher streckt und dadurch zugänglicher macht. Die im Quince Gin noch spürbare Riesling-Mineralik aus der Basis sorgt zusätzlich für einen leicht weinigen Unterton, der verhindert, dass der Drink insgesamt zu eindimensional süß gerät. Hinzu kommt, dass der Quince Gin ausschließlich mit natürlichem Fruchtzucker und rektifiziertem Traubenmostkonzentrat gesüßt wird, ohne künstliche Farb- oder Aromastoffe – eine Rezeptur, die zur ebenfalls auf natürliche Zutaten setzenden Fever-Tree-Philosophie passt und dafür sorgt, dass die Süße im Glas rund und nicht künstlich-plakativ wirkt.

Verkostung der Kombination

In der Nase dominieren reife Quitte und Steinobst, begleitet von Rosmarin und einem zarten Hauch Ingwer und Rose. Am Gaumen zeigt sich der Drink rund und weich, mit einer herb-süßen Quittennote im Zentrum, die von den Kräuteraromen des Tonics eingerahmt wird, statt von ihnen verdrängt zu werden. Die Säure bleibt insgesamt gering – erwartungsgemäß, da weder der fruchtige Likör noch das milde Tonic auf spritzige Frische setzen –, dafür trägt die spürbare, aber gut eingebundene Süße den gesamten Drink. Anders als beim Dry-Gin-Pendant tritt hier kaum noch Wacholder in Erscheinung; stattdessen erinnert der Gesamteindruck an ein Steinobst-Kompott mit mediterranen Kräutern. Der Abgang ist lang, fruchtig-weinig und angenehm rund, ohne alkoholische Schärfe.

Serviervorschlag

Ein großes Weinglas mit reichlich Eis eignet sich am besten, damit die konzentrierte Fruchtsüße nicht zu präsent wirkt. Da der Quince Gin bereits mit 30 % vol. deutlich milder ist als ein klassischer Gin, lohnt sich ein etwas großzügigeres Verhältnis von 1:2,5 bis 1:3 zugunsten des Tonics, um den Drink nicht zu süß werden zu lassen. Als Garnitur passt eine dünne Apfelscheibe oder ein Rosmarinzweig, der die gemeinsame Kräuternote von Gin und Tonic zusätzlich betont; auf zusätzliche Zuckerkomponenten wie Sirup sollte verzichtet werden, da die Süße bereits ausreichend vorhanden ist.

Einordnung & Vergleich

Im direkten Vergleich zur Kombination des Ferdinand's Saar Dry Gin mit demselben Tonic zeigt sich, wie unterschiedlich dieselbe Kräuterbasis wirken kann, je nachdem, worauf sie trifft: Beim Dry Gin bleibt das Mediterranean Tonic vor allem ein Verstärker der gemeinsamen Lavendel-Note und der floralen Riesling-Frische, während es beim Quince Gin in erster Linie als Gegenspieler zur Fruchtsüße fungiert und den Likör davor bewahrt, zu plakativ süß zu wirken. Wer den Quince Gin stattdessen mit Thomas Henry Tonic Water kombiniert – der zweiten Empfehlung auf der eigenen Produktseite –, bekommt durch dessen etwas spürbarere Bitterkeit einen kontrastreicheren, weniger runden Drink; das Mediterranean Tonic bleibt dagegen die harmonischere, aber auch süßere Wahl. Innerhalb der eigenen Produktfamilie zeigt sich damit exemplarisch, wie stark ein und dasselbe Tonic zwei aus derselben Brennerei stammende Spirituosen unterschiedlich prägen kann.

Fazit

5/5 Punkte. Diese Kombination ist keine zufällige Zusammenstellung, sondern die vom Hersteller selbst empfohlene Paarung – und sie hält, was sie verspricht: Das milde, kräuterige Tonic lässt die Quitten- und Riesling-Noten des Likörs ungestört zur Geltung kommen, ohne die Süße zusätzlich zu befeuern. Besonders empfehlenswert für alle, die fruchtig-weinige Longdrinks abseits klassischer, wacholderbetonter Gin & Tonics mögen; wer dagegen einen kräftig-herben, spritzigen Drink sucht, ist mit einem klassischen Indian Tonic oder direkt mit dem Ferdinand's Saar Dry Gin besser bedient.

Geschmacks-Matrix der Kombination

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Balance4/5
Komplexität4/5
Säure/Frische2/5
Süße4/5