A.H. Riise Non Plus Ultra Very Rare

Rum

A.H. Riise Non Plus Ultra Very Rare

4,5/5 Redaktionsbewertung
42 % vol.Karibik-Blend (Jungferninseln-Haus)
RumKaribik
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Herstellung des A.H. Riise Non Plus Ultra:

A.H. Riise geht auf den Apotheker Albert Heinrich Riise zurück, der 1838 auf St. Thomas, damals Teil der Dänisch-Westindischen Inseln (heute US Virgin Islands), eine Apotheke eröffnete. Riise handelte schon bald nicht nur mit Arzneimitteln, sondern auch mit karibischem Rum, den er über sein Handelshaus bis nach Skandinavien exportierte – eine der frühesten dokumentierten Rum-Handelsrouten zwischen Karibik und Europa. Nach der Übernahme der Inseln durch die USA im Jahr 1917 blieb die Marke eng mit ihrem dänischen Ursprung verbunden und firmiert bis heute unter dem Namen ihres Gründers.

Der Non Plus Ultra "Very Rare" wird nicht in einer eigenen Brennerei destilliert, sondern als Verschnitt (Blend) erlesener karibischer Rums unterschiedlicher Herkunft komponiert – ein für traditionsreiche Handelshäuser wie A.H. Riise typisches Verfahren, bei dem die Kompetenz weniger im eigenen Brennprozess als im sorgfältigen Auswählen und Zusammenführen fertig gereifter Fasspartien liegt. Die Basis bilden dabei melassebasierte Rums aus mehreren karibischen Herkunftsländern, die vor der Assemblage bereits mehrere Jahre in Fässern gereift sind. Präsentiert wird der Non Plus Ultra in einer markanten, an eine Schiffslaterne erinnernden Flasche – ein bewusster Verweis auf die maritime Handelsgeschichte des Hauses und die Zeit, in der Rum als Handelsware zwischen Karibik und Nordeuropa verschifft wurde.

Verkostung des A.H. Riise Non Plus Ultra:

In der Nase zeigt sich der Non Plus Ultra einladend süß, mit Karamell, reifen tropischen Früchten wie Ananas und Mango sowie einer feinen, warmen Gewürznote, die an Zimt und etwas Muskat erinnert. Am Gaumen präsentiert er sich weich und rund, mit deutlicher Vanille, Honig und einer dezenten, gut eingebundenen Eichenwürze, die dem Rum trotz seiner Süße etwas Struktur verleiht. Der Abgang ist mittellang, warm und süß, mit einer nachklingenden Fruchtnote, die eher an getrocknete Aprikose als an frische Zitrusfrucht erinnert. Mit 42 % vol. liegt der Non Plus Ultra über der für Blends üblichen Standardstärke von 40 % vol., was ihm etwas mehr Wärme und Präsenz am Gaumen verleiht, ohne die grundsätzlich zugängliche, süßliche Ausrichtung zu verändern.

Steckbrief A.H. Riise Non Plus Ultra:

Alkoholgehalt: 42 % vol.
Basis: Melasse-Rum-Blend karibischer Herkunft
Fassreifung: Mehrjährige Fassreifung vor der Assemblage (Blend, kein Einzelfass-Alter angegeben)
Hersteller: A.H. Riise, St. Thomas, US Virgin Islands

Herstellung im Detail: Warum ein Handelshaus statt einer eigenen Destillerie

Anders als etwa Appleton Estate oder Flor de Caña betreibt A.H. Riise keine durchgängig eigene Zuckerrohr-Destillerie, sondern versteht sich in erster Linie als Handelshaus mit langer maritimer Tradition. Diese Geschichte reicht zurück in eine Zeit, in der karibische Häfen wie Charlotte Amalie auf St. Thomas zentrale Umschlagplätze für Rum, Gewürze und andere Kolonialwaren waren. Die Kompetenz des Hauses liegt daher im Aufspüren und Verschneiden hochwertiger Fasspartien verschiedener karibischer Ursprungsbrennereien zu einem in sich stimmigen Gesamtprodukt – eine Praxis, die in der Rum-Welt als "Blending House"-Modell bekannt ist und etwa bei schottischen Whisky-Handelshäusern eine lange Parallele hat. Für den Non Plus Ultra werden dabei gezielt ältere, bereits abgerundete Rums ausgewählt, die durch die Assemblage eine größere Komplexität erreichen, als es ein einzelnes Fass allein leisten könnte.

Verwendung des A.H. Riise Non Plus Ultra

  • Pur oder auf Eis: Am besten kommt die weiche Süße des Non Plus Ultra bei Zimmertemperatur oder mit einem großen Eiswürfel zur Geltung, der die Aromen öffnet, ohne sie zu verwässern.
  • Rum Old Fashioned: Die runde Süße und die dezente Holzwürze machen ihn zu einer guten Basis für einen klassischen Rum Old Fashioned mit Angostura Bitters.
  • Dark 'n' Stormy: Mit hochwertigem Ginger Beer aufgegossen und mit einer Limettenscheibe garniert entsteht ein unkomplizierter, aromatischer Longdrink.
  • Als Digestif zum Dessert: Zu Karamelldesserts, Vanilleeis oder dunkler Schokolade entfaltet der Non Plus Ultra seine Honig- und Fruchtnoten besonders gut.

Innerhalb des Sortiments von A.H. Riise steht der Non Plus Ultra für den zugänglichen, süßlich-weichen Blend-Stil des Hauses, während die höherprozentigen Navy-Strength-Abfüllungen der Marke deutlich kräftiger und würziger ausfallen. Im Vergleich zu Single-Distillery-Rums aus Jamaika oder Guyana wirkt der Non Plus Ultra weniger kantig und funky, dafür harmonischer und leichter zugänglich – ein Rum, der die dänisch-karibische Handelsgeschichte St. Thomas' auf angenehm unkomplizierte Weise erlebbar macht.

Wer sich für die Geschichte der dänischen Karibik interessiert, findet in der Flaschengestaltung und den historischen Verweisen des Hauses einen zusätzlichen Reiz, der über den reinen Trinkgenuss hinausgeht: Charlotte Amalie, der Hauptort St. Thomas', war über Jahrhunderte einer der wichtigsten Freihäfen der Karibik, in dem Waren aus ganz Europa und Nordamerika umgeschlagen wurden, bevor sie ihren Weg in die Neue oder Alte Welt fortsetzten. A.H. Riise versteht sich als eines der letzten sichtbaren Relikte dieser Handelsära und positioniert seine Rums entsprechend als Botschafter einer Epoche, in der Rum nicht nur Genussmittel, sondern auch Handelsgut, Zahlungsmittel und mitunter Medizin zugleich war.

Aromenprofil

Redaktionelle Einschätzung aus der Verkostung — keine Messdaten, sondern unsere Einordnung im Vergleich zu anderen Flaschen dieser Kategorie.

Süße4/5
Fruchtigkeit3/5
Holzfass/Würze2/5
Röstnoten/Melasse2/5

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